Bourkesittich (Neopsephotus bourkii) TEXTE von Sittich-Info und Rudi

 
 
Name nach Richard Bourke (1777-1855, Gouverneur von Neusüdwales (Australien)). Major Thomas L. Mitchell hatte ein nach dem Gouverneur benanntes Fort gegründet. Von einer seiner Expeditionen brachte er 1838 u.a. den Bourkesittich mit, den er nach England schickte, wo ihn drei Jahre später John Gould bestimmte und ihm seinen Namen gab.
Manchmal als "Burgsittich" bezeichnet.

Kennzeichen:

Länge: 19 cm

Männchen: Oberseite bräunlich, Brust rosa mit braun, Bauch rosa, Federn mit bräunlichen Säumen. Stirnband, Schultern, Unterflügel, Unterschwanzdecken, Schenkel und Flanken blau,  Flügel und mittlere Schwanzfedern grauoliv, äußere Schwanzfedern weiß mit blauen Säumen. Schnabel hornfarben, Iris braun, Beine graubraun.

Weibchen: matter gefärbt, blaues Stirnband fehlt, weißer Flügelstreifen vorhanden.

Gewicht: ca. 45-50 g.

Jungvögel: ähnlich Weibchen, etwas blasser. Volle Ausfärbung nach ca. 4-5 Monaten.

Mutationen:
Rosa (s. Foto unten), Zimter, Gelb, Falbe, Isabell.
 

Unterarten: keine

 

Heimat: Westaustralien, südliches Nordaustralien, Südwestliches Queensland, Nordwestliches Neusüdwales, Südaustralien

 

Lebensraum: trockenes Buschland mit Akazien

 

Freileben: Paarweise und in kleinen Gruppen von etwa 10-30 Vögeln, bei gutem Nahrungsangebot gelegentlich größere Schwärme. Ihre Nahrung, die hauptsächlich aus Samen von Gräsern, Kräutern, Bäumen und Büschen sowie jungem Gras besteht, suchen Bourkesittiche auf dem Boden. Sie leben nomadisch und richten sich dabei nach dem Nahrungsangebot. Die meiste Zeit verbringen sie mit Fressen oder Ruhen. Sie sind dämmerungsaktiv, also vorwiegend früh morgens und abends aktiv. Der Flug ist schnell und geradlinig, beim Fliegen erzeugen die Flügel einen pfeifenden Ton.

Die Brutzeit liegt zwischen August bis Dezember. Die Bruthöhlen befinden sich in Baumlöchern in etwa 1-3 m Höhe, vorwiegend in Akazien. Das Gelege besteht aus 3-6 Eiern besteht. Das Weibchen brütet alleine und wird vom Männchen, das in der Nähe wacht, gefüttert. Nach 18 Tagen schlüpfen die Jungvögel. Sie fliegen nach ca. 4 Wochen aus und sind ca. 1-1,5 Wochen später selbständig. Der Familienverband bleibt noch einige Zeit bestehen.

 

Nahrung: Neophemenfutter, Wellensittichfutter oder Großsittichfutter (verschiedene Hirsesorten, Glanz, Leinsamen, Perilla, Buchweizen, Haferkerne, viele Wildsamen, wenige kleine Sonnenblumenkerne, wenig Negersaat, wenig Hanf), Waldvogelmischung, Obst, Gemüse, Grünfutter, Beeren, frische Knabberzweige

 

Haltung und Zucht:

Haltung in großem Käfig mit viel Freiflug, besser Voliere oder Außenvoliere (Mindestmaße: 2x1x2 m LxBxH) mit frostfreiem Schutzraum (Mindestmaße: 1x1x2m LxBxH).
Bourkesittiche sind vorwiegend früh morgens und abends aktiv, deshalb eignet sich eine Haltung in der Voliere besser als in einem Käfig. Da sie leicht zur Verfettung neigen, sind viel Bewegung und fettarme Ernährung sehr wichtig. Das Futter sollte auch auf dem Boden angeboten werden.
Sie sind ausdauernd, friedlich, zutraulich, nagen kaum und baden oft gerne oder lassen sich gerne beregnen. In der Regel werden sie nicht sehr zahm und besitzen kaum Nachahmungstalent. 
Sie können in der arteigenen Gruppe gehalten werden oder mit anderen friedlichen Sittichen oder Prachtfinken vergesellschaftet werden. Bei der Vergesellschaftung ist die hauptsächliche Dämmerungsaktivität der Bourkesittiche zu berücksichtigen: sie benötigen schützendes Astwerk um sich tagsüber zurückziehen zu können, auch wenn sie tagsüber aktive Phasen haben. Nachts sollte ein nicht zu helles Licht angeschaltet bleiben.
Sie sind ruhige Vögel und haben eine angehme Stimme, weshalb sie sich auch gut für die Wohnungshaltung eignen. Sie eignen sich für Anfänger in der Sittichhaltung und -zucht. 

Bourkesittiche sind brutfreudige Vögel. Sie können während er Brutzeit mit anderen friedlichen Vögeln zusammengehalten werden (wenn diese die Brut nicht stören, wie es z.B. Wellensittiche gerne tun). Besser ist die paarweise Haltung. 
Im ersten Jahr fortpflanzungsfähig, sie sollten aber erst ab 12-15 Monaten brüten dürfen. 2-3 Bruten / Jahr. Mehr Bruten sollten nicht zugelassen werden. Brutzeit ab März / April. Legeabstand: 1 Tag, Brutbeginn ab dem 1. Ei. Das Weibchen brütet alleine und wird außerhalb des Nistkastens vom Männchen gefüttert. Nistkastenkontrollen sind problemlos. 
In den ersten Tagen nach dem Schlupf füttert nur das Weibchen, später beteiligt sich auch das Männchen an der Fütterung. Nach dem Ausfliegen werden die Jungvögel bis zur Selbständigketi überwiegend vom Männchen gefüttert. In großen Volieren sollte wegen des schnellen Fluges der Jungvögel in der ersten Zeit ein geradliniger Flug verhindert werden, um Verletzungen zu vermeiden. Das wird z.B. durch Aufhängen von Reisig oder Schilfmatten erreicht. Meistens findet eine zweite Brut statt, wenn die Jungvögel die Selbständigkeit erreicht haben.
Nistkastenmaße: 15x15x30 cm LxBxH oder 20x20x40 cm LxBxH (Wellensittichnistkasten wird ebenfalls angenommen). Einschlupflochdurchmesser: ca. 5 cm, Bodenbelag: Sägespäne oder Baummulm oder beides vermischt.
Gelege 4-8 Eier, Brutdauer 18 Tage, Nestlingszeit ca. 28 Tage, Selbständigkeit  ca. 2 Wochen nach dem Ausfliegen.
Ringgröße: 3,8 mm Ø. 
Sie eignen sich auch als Ammenvögel für andere kleinere und auch größere Sitticharten.